"Föbuari bläst de Wind so kalt, dat de Kinner nich mehr naar de School wüllt."
Übersetzung: "Im Februar bläst der Wind so kalt, dass die Kinder nicht mehr zur Schule gehen wollen."
Der Februar bringt oft eisigen Wind mit sich, der den Winter noch einmal spürbar macht. Die Kinder blieben daher manchmal lieber zuhause. Früher nannte man den Februar auch „Hornung“, da in dieser Zeit das Geweih der Hirsche abgeworfen wurde.
Herkunft: Regional gebräuchlich im 19. Jahrhundert.
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Willkommen zu meinem Jahreszeiten-Begleiter:
Die 12 Monate in Redewendungen vom Niederrhein
Guten Morgen, meine Lieben, in meinem neuen Blogprojekt nehme ich Euch mit auf eine ganz besondere Reise durch das Jahr und zwar mit den traditionellen Monatsreden und Sprüchen, die hier am Niederrhein in Mundart überliefert sind. Jeder Monat hat seine eigene Stimmung, seine typischen Wetterkapriolen, seine Landwirtschaftszeiten und seine festlichen Bräuche. Diese vielschichtige Verbindung von Natur, Alltag und Sprache zeigt sich wunderbar in den alten Redewendungen, die ich für Euch gesammelt, übersetzt und mit Erklärungen versehen habe. Doch bevor wir starten, möchte ich kurz etwas zur Sprache sagen: Der niederrheinische Dialekt ist eine lebendige Ausdrucksform, die über viele Generationen hinweg gepflegt wurde. Er klingt weich, melodisch und oft ein wenig "singend". Seine Wörter und Wendungen tragen Spuren des Niederländischen und Rheinischen in sich: ein spannendes Zeugnis der Grenznähe und der bewegten Geschichte unserer Region. Viele ältere Menschen hier können diesen Dialekt noch fließend sprechen, doch selbst wer ihn nicht mehr alltäglich nutzt, erkennt in ihm sofort Vertrautheit, Heimat und Wärme.
Ihr findet hier jeweils:
- Die mundartliche Redewendung des Monats, so wie sie seit dem 19. Jahrhundert mündlich überliefert wird,
- Eine genaue Übersetzung ins Hochdeutsche für vollständiges Verständnis,
- Eine Erklärung, die Herkunft und Bedeutung des Spruchs beleuchtet,
- Und natürlich die saisonale Atmosphäre, in der die Aussage ihren Ursprung hat.
Mit dieser Reihe möchte ich Euch nicht nur eine Sprache und Kultur näherbringen, sondern auch die Rhythmen und Traditionen eines Naturjahres am Niederrhein erlebbar machen. Es ist eine Einladung, die Jahreszeiten bewusster wahrzunehmen und die kleinen Zeichen der Natur zu sehen: von frostigen Januartagen über die ersten Blüten im Mai bis zum wohligen Kerzenschein im Dezember. Begleitet mich auf diesem Weg! Taucht ein in die Sprache, die Landschaft und die Jahreszeiten, spürt mit mir gemeinsam das Leben hier am Niederrhein in all seinen Facetten und lasst Euch inspirieren für eure eigene Jahreszeitengestaltung.
*Archivbild
Krefeld, Hülser Berg
Wildtiergehege
im Februar 2021

Tolle Redensart! Und der Name „Hornung“wäre jetzt auch geklärt. Ich bin übrigens in Badisch Sibirien geboren, aber im Rheinland kann man schon mal vergessen, dass der Februar ein harter Wintermonat ist ( Karneval! )…
AntwortenLöschenSonntagsgrüße!
Astrid
Was für ein schöner, weißer Dammhirsch als Verkörperung des Winters. (Der übrigens sein Geweih noch bis März, April trägt, da merkt man, dass sie aus anderen Gefilden stammen)
AntwortenLöschenIn meiner Kindheit gab es so manches Jahr, in dem der Februar noch mal alles gab und Karneval im Schnee stattfand (aber eben im Sauerland auch wahrscheinlicher)
Schön der Spruch und noch nachvollziehbar für mich (natürlich gingen wir zu Fuß durch den Schnee zur Schule)
Danke, für die schöne Exkursion und liebe Sonntagsgrüsse
Nina