Mittwoch, 4. Juli 2018

Hochsommer am Niederrhein


Goldglänzend wiegen sich die Ähren im lauen Sommerwind und in der Ferne ist das Brummen der Traktoren und das Muhen der Kühe zu hören. Hoch über unseren Köpfen fliegen laut rufend ein paar Mauersegler und die Sonne brennt heiß vom strahlend blauen Morgenhimmel herab. Es ist Hochsommer. Mein Göttergatte und ich schlendern müßig mit unserer Hündin Julie einen staubtrockenen Feldweg entlang. Plötzlich nehme ich eine kleine Bewegung im Getreide neben uns wahr. "Leine bitte Julie an!", flüstere ich meinem Göttergatten zu und mache eine kleine unscheinbare Bewegung mit meinem Kopf, "Da im Feld steht ein Rehkitz.". Mein Göttergatte sieht mich erst ungläubig an und ruft dann aber leise unsere Hündin zu sich. Mit einer geschickten Handbewegung legt er ihr die Leise-Leine um und befielt ihr stumm Platz zu machen. "Tatsächlich!", bestätigt er leise und lächelt mich warm an. "Ist das süß!", kommentiere ich immer noch flüsternd und kann mich gar nicht satt sehen. Doch unsere Julie wird ungeduldig und bevor wir das kleine Reh aufschrecken, gehen wir langsam weiter. Kaum sind wir ein paar Meter weiter ist das Keckern eines Fasanes zu hören. Sein roter Kamm leuchtet schon von Weitem. "Sieh nur!", jetzt ist es an meinem Göttergatten auf den prachtvollen Vogel aufmerksam zu machen, "Dort hinten läuft er.".

Sonntag, 1. Juli 2018

Zeit der Schmetterlinge


Mit der Mitmach-Aktion "Zeit der Schmetterlinge“ vom 15.06.-16.07.2018 will der NABU auch in diesem Jahr herausfinden, wie viele Schmetterlingsarten noch in Stadt und Land unterwegs sind. Denn wer genauer hingeschaut hat, konnte bemerken, dass auch viele Schmetterlingsarten seltener geworden sind. Das Sterben unserer heimischen Insektenfauna ist dramatisch. Um unseren Beitrag zu leisten und mit auf dieses Artensterben aufmerksam zu machen, begaben wir uns gestern wieder auf die Pirsch. Besonders viele Schmetterlinge haben wir gestern Nachmittag bei Sonne und hochsommerlichen Temperaturen auf dem Sommerflieder und dem Blut-Weiderich gefunden. Es waren dabei: 10 Tagpfauenaugen, 1 Landkärtchen, 1 Schwalbenschwanz, 8 Rapsweißlinge, 5 Kohlweißlinge und 3 Bläulinge. Besonders gefreut haben wir uns auch über die zahlreichen Hummeln, Wildbienen und Honigbienen in unserem Garten. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite, dort wo die modernen Vorgärten mit Schotter in Szene gesetzt worden sind, gab es übrigens gar keine Flug-Insekten. (Beobachtungszeitraum: 2 Stunden)

Habt Ihr Lust bekommen mitzumachen? Dann los!! Eure Ergebnisse könnt Ihr online >hier< melden. Und wer noch Zähl-Hilfe braucht, der kann >hier< mal schauen.


Viel Spaß beim Zählen!


Wer Schmetterlinge lachen hört, 
der weiß, wie Wolken schmecken.

(Carlo Karges)



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Mit freundlicher Unterstützung des Moses.Verlages:
Bestimmungskarten:
50 heimische Schmetterlinge: >hier<



Freitag, 29. Juni 2018

Von frühen Vogelbeeren und gerahmten Kinderzeichnungen


Guten Morgen, meine Lieben! Wie schön, dass Ihr da seid. Möchtet Ihr auch etwas trinken? Es muss auch kein heißer Tee oder Kaffee sein, wenn Ihr lieber etwas Kühleres haben wollt, könnte ich das gut verstehen. Es ist wirklich Sommer, nicht wahr?! Und wenn man der alten Bauernregel glauben will, wird es die nächsten sieben Wochen so bleiben, denn am Donnerstag war Siebenschläfertag. Auch meine Wetter-App zeigt nur große gelbe Sonnen. Sommerfeeling pur! Wundert Ihr Euch eigentlich nicht, dass bei mir schon Vogelbeeren in der Vase stehen? Also ich finde das einfach unglaublich. Es ist noch Juni und die Beeren der Eberesche leuchten schon rot an den Bäumen. So früh waren die Vogelbeeren noch nie dran, da sind sich meine Freundin Astrid und ich uns einig. Wie ist das denn bei Euch in der Gegend? Leuchten sie da auch schon? Bei meinen Aufnahmen ist mir wieder das Bild meines Sohnemannes ins Auge gefallen. Mögt Ihr Kinderzeichnungen und -bilder eigentlich auch so gerne wie ich?! Ein paar Werke meiner Söhne habe ich sogar eingerahmt und aufgehangen. Das Bild im Hintergrund hat übrigens sogar einen Namen. Es heißt "Die drei heiligen Könige" und ich liebe es. Soll ich Euch mal was verraten? Ich mag es gar nicht laut aussprechen, aus Angst es könnte nicht wahr werden, aber wir haben das ganze Wochenende nichts geplant. Ist das nicht toll?! Allerdings lockt mich einbissel das Wollfest auf dem Hilshof, da heißt es auch wie im letzten Jahr und im Jahr davor: "Der Drache spinnt!". Mal schauen, ob ich meine Männer dazu animieren kann. So, meine Lieben. Das war's für heute. Ich muss meine Wäsche auf die Leine hängen.

Ich wünsche Euch ein sommerleichtes Wochenende.
Herzlichst, Nicole

Dienstag, 26. Juni 2018

Die Sache mit dem Plastik


Mit großen Augen sitzen mein Göttergatte und ich vor dem Fernseher und sehen uns die Plastikteppiche an, die in Größe ganzer Kontinente im Nordpazifik treiben. Aufmerksam hören wir zu und erfahren, dass das Dilemma schon hier bei uns am Rhein anfängt. Mikroplastik (das sind so winzig kleine Teilchen, dass sie in jeden Organismus eindringen können) ist sogar bereits in unserem Grundwasser zu finden und lässt sich von den Klärwerken nicht mehr herausfiltern. "Wir müssen etwas ändern!", sage ich laut zu meinem Göttergatten und meine es auch. Doch das wird kein leichtes Unterfangen. Denn wenn ich ehrlich bin, sehe ich bei uns im Haus immer noch überall Plastik und dass, wo wir doch schon seit Jahren unseren ökologischen Fussabdruck (bitte lesen!) verkleinern und Plastik vermeiden wollen. Im Badezimmer liegt meine Bio-Kosmetik, eingehüllt in Plastik. In der Küche das Vollwert-Müsli, welches ich im Bio-Laden kaufe, verpackt in Plastik. Das Bio-Gemüse vom konventionellen Supermarkt, verschweißt in Plastik. Die leckere fair gehandelte Bitter-Schokolade, verpackt in Plastik und zum krönenden Abschluss tritt man im Kinderzimmer zuweilen auf kleine Plastik-Bausteine. Mit ganz schlechtem Gewissen, ja fast schon heimlich, schleppen mein Göttergatte und ich mindestens einmal die Woche einen vollgestopften Müllsack voller Plastik zur gelben Tonne. So geht das nicht weiter - wir müssen umdenken! Und zwar sofort! Und Ihr? Wie groß ist Euer ökologischer Fußabdruck? Verzichtet Ihr auf Plastik?

Freitag, 22. Juni 2018

Midsommar Afton


Der längste Tag und die kürzeste Nacht im Jahr liegen nun hinter uns. Gestern war Mittsommer. Doch ist es der Freitagabend und der Samstag, den man in Schweden gemeinsam mit Freunden und Familie feiert. Auch wir wollen gleich die sommerliche Leichtigkeit in unserem Heim willkommen heißen und dass, obwohl mit dem Sommeranfang viel kühlere Temperaturen und Regenschauern einhergegangen sind. Mein Sohnemann und ich haben deshalb von unserem heutigen Streifzug durch die Natur einen üppigen Strauß Kamille mitgebracht, der unseren alten Esszimmertisch aufhübschen soll. Ein schlichter Salat mit Essig, Oel und Schnittlauch steht schon bereit, genau wie das warme duftende Landbrot. Gekühltes Limettenwasser mit frischer Minze soll unseren Durst löschen und erste rote Tomaten geben dem eingedeckten Tisch einen fast schon bäuerlichen Charme. Im Ofen nebenan in der Küche brutzeln noch "Hasselbackpotatis" vor sich hin und nicht mehr lange, dann werde ich meine Lieben zu Tisch rufen. Vorfreude und der tiefe Wunsch Danke zu sagen erfüllen mein Herz.

"Trevlig Midsommar!"