
Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick"-Fotaktion von
Eva Fuchs mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmerfenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar sieht man dort nur die Wipfel unserer altehrwürdigen Bäume, doch genau dieser Blick begleitet mich schon seit vielen Jahren. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Bildformat entschieden. Um den Garten in seiner ganzen Breite zu zeigen, gefällt mir das Querformat einfach besser.
Mein Oktoberblick entstand Mitte des Monats, als der Wilde Wein noch in leuchtendem Rot erstrahlte und die Birken ihre Blätter weitgehend trugen. Der kräftige Farbkontrast zwischen dem feurigen Rot des Weins und dem Grün der übrigen Baumkronen machte diesen Anblick für mich besonders reizvoll. Doch inzwischen hat sich das Bild völlig verändert. Der Sturm am letzten Wochenende hat ganze Arbeit geleistet. Vom einst so prächtigen Blätterkleid des Wilden Weins ist kaum noch etwas übrig und auch die Birken stehen nahezu kahl da. Das Laub liegt verstreut im Garten, dazu kommen trockene Äste, die der Wind von den Bäumen gerissen hat. Eine schöne Überraschung gibt es allerdings: Die Trauben des Wilden Weins hängen noch immer an den kahlen Ranken. Stare, Amseln und andere gefiederte Gartenbesucher lassen sich die süßen Früchte schmecken und machen sich über die verbliebene Ernte her. So ist der Wilde Wein zwar seines bunten Blätterkleides beraubt, doch an seinen Früchten herrscht noch reger Betrieb. Mein Wipfelblick hält deshalb einen herbstlichen Augenblick fest, der inzwischen schon wieder Vergangenheit ist, während sich im Garten bereits die nächste kleine Naturgeschichte abspielt.
Randnotiz Oktober 2026: Der Oktober bescherte uns am linken Niederrhein zunächst ungewöhnlich milde Temperaturen und viele goldene Herbsttage. Zum Monatsende sorgten die Sturmtiefs Luise (23./24. Oktober) und Manja (24./25. Oktober) mit kräftigen Regenfällen und stürmischen Böen für einen abrupten Wetterwechsel. Der Rhein führte trotz der Niederschläge weiterhin wenig Wasser. Ein Monat zwischen goldenem Herbstlicht, stürmischen Tagen und den letzten Spuren der sommerlichen Trockenheit.
November - Ein niederrheinischer Jahreszeiten-Begleiter
"Hätt Sent Märte en witte Baart, weed dä Winter lang un haart."
Übersetzung: "Hat Sankt Martin einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart."
Der Martinstag am 11. November liegt mitten im Übergang vom Herbst zum Winter. Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter und der erste Frost lässt sich mancherorts bereits auf Wiesen und Feldern entdecken. Wenn sich Reif wie ein weißer Bart auf die Landschaft legt, erinnert das an die alte Bauernregel rund um Sent Märte. Der weiße Bart steht sinnbildlich für Kälte und Frost, während der lange und harte Winter die Sorge der Menschen vor einer entbehrungsreichen Jahreszeit widerspiegelt. Früher war ein strenger Winter für die Menschen auf dem Land eine besondere Herausforderung. Vorräte mussten reichen, Tiere brauchten Schutz und Holz zum Heizen musste bereitliegen.
Herkunft: Alter niederrheinischer Wetterspruch aus der mündlichen Überlieferung.
Van Hart’n willkamen bi mi!
Dat Niköleken
Der Parthenocissus quinquefolia wird einfach viel schöner rot als der übliche Wein vitis vinifera. Bei mir errötet er momentan eher sanft. Offensichtlich hat der Sturm hier auch nicht so gewütet wie bei euch. ich warte also noch auf die Laubmassen. Und auf St. Martin freue ich mich sehr.
AntwortenLöschenSonntagsgrüße!
Astrid
Gestern habe ich in Bonn die ersten Laternen im Fenster gesehen, so schön sah das aus. Und unserer "Schwiegertochter" bastelt schon eifrig mit ihrer Gruppe im KiGa bunte Laternen. St. Martin ist schon ein wunderschönes Fest, und danach wird es dann hier weihnachtlich, ich freue mich...
AntwortenLöschenDie roten Blätter sind wie ein Bilderrahmen für das herrliche Wipfelbild.
Ganz lieben Gruß
Nicole
was für ein fantastischer An /Ausblick
AntwortenLöschenso viel habe ich vom Sturm gar nicht mit bekommen
nur dass es windig war ;)
hier fällt das Laub der Linden in der Straße..
ein dichter Teppich
leider fühlt sich keiner mehr dafür zuständig zu kehren
früher ein Muß jeden Samstag :(
am WE sollen die Temperaturen auf 0 gehen
da habe ich noch Arbeit
ich habe gelesen dass schon Weihnachtsmärkte auf haben
das finde ich furchtbar
liebe Grüße
Rosi
Ups, da hab ich vergessen auf "veröffentlichen " zu drücken? 😄
AntwortenLöschenDas Rot der Weinblätter und überhaupt die intensiven Farben des Oktobers sammeln sich noch mal auf dem Bild, bevor der Wind sie in alle Himmelsrichtungen verteilte. Nun kommt der grauer November und damit wir Licht auch in dieser Zeit haben, gibt es St. Martin. Ich freue mich schon. Und ob er einen weißen Bart trägt, werden wir sehen, aber ich glaube es nicht.
Eine schöne Woche und herzliche Grüße
Nina
ein wunderschönes foto ist dir da gelungen, liebe nicole! ich freu mich mit dir, dass die verbliebenen weintrauben jetzt den vögeln nahrung geben. da könnt ihr sicher schönes beobachten.
AntwortenLöschenich werde am 11. november aufpassen, was für ein wetter wir haben. ich habe nämlich auch so gar keine lust auf einen harten winter. der viele schnee vom letzten jahr ist mir noch gut in erinnerung!
liebe grüße von mano
Liebe Nicole,
AntwortenLöschenwie schön der wilde Wein den Blick umrahmt!
Inzwischen ist er ja matt und viele Blätter schon runter, das ging dieses Jahr besonders schnell, fand ich.
Hab noch einen schönen Herbst!
Elke
Wow, was für ein farbenprächtiger Blick in Euren Garten! Das hebt doch gleich die Stimmung!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
andrea