Dienstag, 10. Mai 2022

Omelett mit Frühlingszwiebeln


"Guck mal, Mama!", mein Sohnemann guckt mich auffordernd an und hält zwei sehr unterschiedlich große Hühnereier hoch, "Das große Ei ist bestimmt von Gudrun und das kleine Ei von der kleinen weißen Henne. Wie heißt die eigentlich noch mal?". "Die kleine weiße Henne heißt Stine.", erwidere ich freundlich und erkläre grinsend, "Das bedeutet die Gesalbte!". "Die Gesalbte! Pfff...!", mein Jüngster grinst frech zurück und pustet sich die langen dicken Locken aus dem Gesicht, "Mama, du hast manchmal echt einen Vogel!". Ich schüttele lachend den Kopf und erkläre (wie so oft) heiter: "Nicht nur einen!".


Zutaten

  • 5 Eier 
  • 1 Schluck Milch
  • 1 Schluck Mineralwasser
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • ein Stich Butter (für die Pfanne)
  • Frühlingszwiebeln

Zubereitung

Eier in einer Schüssel aufschlagen und alle Zutaten kräftig verquirlen. Dabei schon etwas Butter in der Pfanne schmelzen lassen. Die aufgeschlagenen Eier in die Pfanne geben und kurz bei hoher Temperatur anbräunen. Erst wenn die Eiermasse Blasen wirft, die Temperatur etwas runter regeln und die, von einer Seite festen, Eiermasse wenden. Dann auf mittlerer Temperatur stocken lassen. Wer mag kann zum Schluss noch ein paar Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und darüber geben.


Donnerstag, 5. Mai 2022

Stadtbäume (oder "Die Sommerlinde")


Stadtbäume sind nicht nur ein ästhetisches Element der Stadtplanung, sie haben auch ökologische Funktionen, sind Schattenspender, Sauerstofflieferanten, Klimaanlage, Luftfilter, Lärmreduzierer und Lebensraum. Doch leider sieht das im Moment wohl die Verwaltung unserer schönen Stadt anders. Diese wunderschönen alten Linden sollen im Zuge einer Straßenbaumaßnahme auf der Heinrichstraße gefällt werden. „Die alten Bäume würden dann im Gehweg stehen und mit ihren Wurzeln hineinragen“, hieß es von Seiten der Stadt bei einer Informationsverstandlung. Pff.. sozialökologisches Umdenken geht anders!

Die Sommerlinde war im Jahre 1991 "Baum des Jahres" und das nicht ohne Grund, denn der bis zu 35 m hohe Großbaum bietet zahlreichen Tierarten einen unbezahlbaren Lebensraum und dient gleichzeitig als Nahrungsquelle. Von Gallmücken und Milben über Schmetterlingsraupen und Käfer bis hin zu Vogelarten und Wanzen finden alle hier ein Auskommen. Alleine 71 Großschmetterlingsarten sind an Linden bekannt und 13 Vogelarten ernähren sich von den Lindenfrüchten. Nicht zu reden von den vielen Insektenarten, die sich im Sommer an den Lindenblüten laben. Aufgrund der späten Blüte im Juni und der Vielzahl an Blüten bietet die Linde für Bienen die letzte ergiebige Nahrungsquelle des Jahres. Auch geschichtlich gesehen spielt die Linde eine wichtige Rolle. Bei unseren Vorfahren fanden Volks- und Gerichtsversammlungen, die "Thinge", oft unter einer Linde statt und wurde der Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit, Freya, geweiht. Beachtlich ist, dass die Linde ein beeindruckenden Alter von bis zu 1.000 Jahren erreichen kann und auch im hohen Alter noch eine erstaunliche Regenerationskraft besitzt. Für mich hat die Linde noch einen ganz besonders persönlichen Wert, denn meine Mutti hat ganz oft vor dem Schlafengehen gemeinsam mit mir "Kein schöner Land" gesungen. Kennt es jemand noch?


Kein schöner Land in dieser Zeit
Als hier das uns're weit und breit
Wo wir uns finden wohl
Unter Linden zur Abendzeit
Wo wir uns finden wohl
Unter Linden zur Abendzeit

(Heino)


Verlinkt:  *Natur-Donnerstag* von Elke, "Mein Freund der Baum" von Astrid

Montag, 2. Mai 2022

Heimatgeschichte(n) - Der Hochwald "Mönchsschall" (oder "Wie die Mönche nach Kamp kamen.")


Am 31. Januar 1123 schenkte der Erzbischof von Köln Friedrich I, seinem Bruder Abt Heinrich, der damals in dem französischen Zisterzienserkloster Morimond lebte, ein Stück Land, welches im nördlichen Teil des Erzbistums Köln am linken Niederrhein zu finden war, damit dieser gemeinsam mit zwölf weiteren Mönchen das erste Zisterzienserkloster im damaligen deutschsprachigen Raum gründen konnte. Zuerst entschieden sich die Zisterzienser ihre Niederlassung auf einem Feld (Camp) in einer für den Niederrhein typischen Sumpf- und Bruchlandschaft zu gründen und eine entbehrungsreiche Zeit für die Brüder des Klosters Camp begann, da das Land erst gerodet und die Sümpfe trocken gelegt werden mussten. Dennoch gelang es dem zweiten Abt, Theoderich (1137-1177) den Grundstein für den Erfolg der Zisterzienser in Deutschland zu legen. Unter seiner Führung entstanden hier bei uns am Niederrhein viele landwirtschaftliche Großbetriebe, die sogenannten Grangien. Auch der Zulauf an Mönchen war sehr groß und so wurden insgesamt 15 Tochterklöster, direkt von Camp aus, gegründet. Im Laufe der Zeit gab es über 60 Zisterzienserklöster und noch weitere 24 Zisterzienserinnenklöster in Deutschland, die der Aufsicht des Camper Abtes unterstanden. Mit dem dritten Abt Gierard wurde dann mit dem Bau der Klosteranlage, Kloster Kamp, auf einem ganz in der Nähe liegenden Hügel, dem heutigen Kamper Berg, begonnen und für die Zisterzienser begann ein auf das Strengste geregelter Tagesablauf. 

"Ora Et Labora" war der Leitspruch des Ordens und somit war der Alltag der Zisterzienser-Mönche  geprägt von einem Rhythmus aus Gebet und Arbeit, welcher durch das tägliche Stundengebet strukturiert wurde. Um zwei Uhr nachts rief die helle Klosterglocke die Mönche, die angekleidet auf Strohsäcken schliefen, zur ersten Andacht und dann drangen, nach dem Vaterunser, dem Glaubensbekenntnis und den Psalmen, die feierlichen Lobgesänge durch die Stille der Nacht. Weithin verlor sich der Schall der Männerstimmen. Bis in die Waldungen zwischen Camp (heute Kamp) und Hoerstgen vernahm man den frommen Gesang. Aus diesem Grunde, so berichtet die Überlieferung, hat auch der prächtige Hochwald westlich von Niedercamp (heute Niederkamp) bis auf den heutigen Tag den volkstümlichen Namen "Mönchsschall" erhalten. 

Über die Geschichte des Klosters habe ich bereits >hier< berichtet.
Den Segen vom Kloster Kamp findet Ihr >hier<.
Eine herbstliche Zeitreise ist >hier< zu finden.



Verlinkt: "Unser Jahresprojekt" von Andrea, *Natur-Donnerstag* von Elke

Die über 180 Jahre alten Buchen schicke ich mit einem lieben Gruß  zu  Astrid "Mein Freund der Baum". Die Buchen im Mönchsschall haben teilweise eine Höhe von über 40 Meter erreichen können und sind damit doppelt so hoch, wie in einem normalen Wirtschaftswald. Ein Spaziergang in diesem Stück Wald ähnelt einem Besuch in einer altehrwürdigen Kathedrale. Zu finden ist  der Wald übrigens unweit der Naturwaldzelle Niederkamp.

Samstag, 30. April 2022

Blau und gelb - Frühling am Niederrhein


Hallöchen meine Lieben, wie schön, dass Ihr da seid. Genießt Ihr auch so dieses herrliche Frühlingswetter? Hier bei uns am linken Niederrhein scheint der fast schon vergangene April nur aus blauem wolkenbetupften Himmel, leuchtend gelben Rapsfeldern, saftig grünen Wiesen und Feldrainen voller duftigem Wiesenkerbels zu bestehen. Einfach herrlich! Doch genau diese Farben sind es bei denen es mir im Moment auch schwer ums Herz wird. Euch bestimmt auch, nicht wahr?! Seufz! Auch innerhalb der Familie ist es momentan nicht einfach. Okay, okay - kein Vergleich. Aber das mein Göttergatte und mein Großer positiv getestet wurden und sie dabei auch noch krank sind, erschwert ein fröhliches Miteinander. Mein Sohnemann und ich halten derweil noch die Fahne oben (tsss.. was für eine martialische Redewedung. Das ist mir vorher noch nie wirklich in den Sinn gekommen. Dieser sinnlose und schreckliche Krieg ist wohl immer präsent). Ich hoffe, wir erkranken nicht auch noch. Besonders für meinen Sohnemann wäre das eine Katastrophe. In weniger als drei Wochen schreibt er seine Zentrale-Abschluss-Prüfung (ZAP) und dann entscheidet es sich, ob er in die Oberstufe gehen darf oder nicht. Also bitte ganz fest die Daumen drücken!! Er möchte doch später so gerne Umweltnaturwissenschaften studieren. So, meine Lieben. Es ist schon wieder Zeit mich zu verabschieden. Denn ich muss noch für heute Abend einige Zutaten für die Maibowle kaufen. Mein Göttergatte und ich wollen heute Abend trotz allem ganz stilvoll den Mai begrüßen. Allerdings in diesem Jahr mit ganz viel Abstand!

Euch einen wundervollen ersten Mai!
Herzlichst, Nicole

Donnerstag, 28. April 2022

Happy Little Things (oder "Gänseglück!")


Die helle Frühlingssonne scheint freundlich vom türkisfarbenen Himmel herab und rückt die dicken weißen Schäfchenwolken ins rechte Licht. Ein laues Lüftchen streichelt sanft über jeden Halm der satten, grünen Wiese und wiegt die gelben Köpfchen der Butterblumen und die weißen Dolden des Wiesenkerbels sacht hin und her. Es riecht süß nach frischem Gras und den aufgegangenen Blüten der Obstbäume und nur das Summen und Brummen der Insekten ist zu hören. Doch dann ertönt ein lustiges Geschnatter in der Ferne. Zwei weiße Hausgänse sind auf der hohen Wiese unterwegs und haben anscheinend noch etwas vor, denn sie beeilen sich um den schmalen unbefahrenen Feldweg zu erreichen. Kaum sind die beiden hübschen Gänse dort angekommen, watscheln sie gemütlich nebeneinander her und es scheint als hätten sie nun alle Zeit der Welt.

Und ich? Ich stehe nur da und genieße glücklich den friedlichen Moment.
 




Habt Ihr Lust mein kleines Video über diesen Moment auf Instagram zu gucken?
Dann klickt doch bitte >hier<.




Verlinkt: *Natur-Donnerstag* von Elke, "Niwobo sucht..." von Nicole, *My Corner of the World* von Betty, "Frühlingsglück" von Loretta und Wolfgang