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Donnerstag, 8. August 2013

Einzug



"So, ich bin fertig!", mein Göttergatte richtet sich auf. Die letzte Schraube ist angezogen, der Zaun des Außengeheges ist direkt mit dem Hühnerhäuschen verbunden. Da das neue Hühnerhäuschen jetzt nicht mehr in der Mitte des Geheges steht, sondern außen vor steht, wirkt das Außengehege viel größer. "Ich auch!", antworte ich und schaue noch mal in das Innere des Häuschens. Ein Besenstiel dient als Sitzstange, eine alte Holzkiste ist weich gefüllt, mit Stroh für die Eiablage und ein neuer Napf mit Körnerfutter steht bereit. Die Sonne scheint durch das offene Fenster und füllt das Haus mit Licht. Hübsch ist es geworden. Mein Kleiner steht neben mir und schaut neugierig in das neue Hühnerhaus hinein. "Mama, das ist aber toll! Warum kann ich das Haus denn nicht haben?!", mein Kleiner zieht eine Schnute. "Ach, Hase! Das geht doch nicht, wenn jetzt die Küken rüberkommen ist es viel zu eng im alten Haus!", antworte ich bestimmend. "Ja, ich weiß! Aber trotzdem!", mein Kleiner zuckt bedauernd die Schultern. Enttäuscht verabschiedet er sich: "Ich gehe wieder spielen!" "Husch, Husch!", mein Göttergatte hat währenddessen die Hühner durch den Garten zum Außengehege gescheucht und nun kommen sie laut protestierend an, "Rein mit euch!" Verdutzt bleiben sie direkt hinter dem Törchen stehen. Man kann förmlich sehen, wie sie die Neuerung in sich aufnehmen. Fridolin (leider immer noch sehr menschenscheu) macht mutig den Anfang. Vorsichtig geht er auf das neue Haus zu und legt seinen Kopf schief. Bei jedem Schritt wackelt sein Kamm. Hanni ist ihm direkt auf den Fersen und lugt vorsichtig hinter ihm hervor. Es scheint, als ob Fridolin sich innerlich strafft und mit einer kleiner Hüpferung springt er auf die neue Stiege. Dicht gefolgt von Hanni. Beide verschwinden im Haus. Nanni und Berta stehen ungläubig vor der Tür. Man hört im Haus ein eifriges Scharren und Picken, dann kommt Fridolin leise gackernd wieder raus. Aber die beiden anderen Hühner bleiben unbeeindruckt. Nun kommt Hanni wieder raus, auch sie flüstert ein paar Hühnerworte. Nicht's! Nanni und Berta stehen still. Dann plötzlich gibt Nanni sich einen Ruck und tippelt die Stiege hoch, ein überraschtes Gurren ist zu hören, dann hört man auch sie am Futternapf picken. Mein Göttergatte und ich grinsen uns an. "Und Berta?", frage ich leise. "Gib ihr Zeit. Das wird schon!", mein Göttergatte ist zuversichtlich. Zufrieden packen wir unser Arbeitszeug zusammen und mit einem letzten Blick auf das neue Hühnerhäuschen gehen wir zufrieden zum Hof zurück.

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