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Dienstag, 24. Dezember 2013

Christkind auf der Flucht



Vor ein paar Jahren: "Mama, also ich glaube, es gibt gar kein Christkind!", mein damals kleiner Großer steht mit großen Augen zweifelnd vor mir. "Doch ganz bestimmt!", antworte ich lächelnd und wuschele ihm durch das noch kurze Haar. "Aber im Kindergarten haben sie gesagt, Mama und Papa kaufen die Geschenke!", mein Großer lässt nicht locker. "So ein Quatsch!", sage ich bestimmt und überlege mir eine kleine List. Bei der nächsten Gelegenheit mache ich ein Foto von einem Bild im Internet und speichere es gut in meiner Kamera. Am heiligen Abend dann, direkt nach der Kirche, beeile ich mich auf den letzten Metern, um vor den Kindern nach Hause zu kommen. (Mein Göttergatte ist schon seit zehn Minuten zu Hause. Jedes Jahr behauptet er dringend auf die Toilette zu müssen, um aber dann eigentlich schnell die Geschenke unter den Baum zu legen.) Die beiden Jungs zockeln plaudernd mit ihren Großeltern hinterher. Nach der Bescherung präsentiere ich meinen Jungs dieses Foto mit den Worten: "Guckt mal, da wart ihr gerade leider nicht schnell genug. Ich konnte noch gerade so ein Foto machen! So schnell ist das Christkind geflüchtet!". Mein Großer schaut stirnrunzelnd auf das Foto und mein damals noch ganz Kleiner macht einen runden Mund und nimmt den Finger aus demselbigen. "Christkind.", sagt der Kleine. "Ja.", sage ich. "Mensch, Mama! Das nächste Mal gehe ich nicht mit in die Kirche. Dann kann ich dem Christkind wenigstens 'Hallo' sagen!!", mein Großer sieht mich empört, aber auch gleichzeitig erleichtert an. Leise schmunzele ich mich hinein, die ersten Zweifel sind gebannt.

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